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Begehungsschein in Bayern

Ein Begehungsschein in Bayern öffnet Ihnen ein fremdes Revier, ohne Pachtvertrag, Abschussplan oder Wildschadenshaftung – vom Allgäu bis zum Bayerischen Wald. Hier finden Sie freie Jagderlaubnisse in Bayern.

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Häufige Fragen zu Begehungsscheine in Bayern

Was ist ein Begehungsschein in Bayern genau?
Der Begehungsschein ist eine Jagderlaubnis: Der Jagdausübungsberechtigte gestattet Ihnen, in seinem Revier mitzujagen, meist gegen ein Jahresentgelt. Sie tragen weder den Abschussplan noch die Wildschadenshaftung, und Sie binden sich nicht an eine mehrjährige Pacht mit ihren langen Mindestlaufzeiten. Üblich sind der entgeltliche Begehungsschein, der offen angeboten wird, und der unentgeltliche, der meist an Bekannte, Nachbarn oder langjährige Ansitzbegleiter geht. Für Jungjäger und Umsteiger aus anderen Bundesländern ist der entgeltliche Begehungsschein der Weg, der sich tatsächlich finden lässt, weil er nicht von persönlicher Bekanntschaft abhängt.
Was kostet ein Begehungsschein in Bayern?
Verlässliche Landesdurchschnitte gibt es nicht, und jede pauschale Zahl ist geraten – die Spanne zwischen einem Niederwildrevier im Tertiärhügelland und einem Hochgebirgsrevier im Allgäu ist zu groß. Was den Preis treibt, lässt sich benennen: die Nähe zu München und den anderen Ballungsräumen, die Wilddichte, ob Hochwild wie Rot- und Gamswild dabei ist, und wie stark ein Revier ohnehin nachgefragt wird. Genauso wichtig wie das Jahresentgelt ist, was daneben steht – Hegebeitrag, Pflichtstunden für Kirrung, Ansitzeinrichtungen oder Wildackerpflege, und die Frage, welche Wildarten der Abschuss überhaupt umfasst. Ein günstiger Schein mit vielen Pflichtstunden ist am Ende oft teurer als ein teurerer ohne.
Muss mir ein Revier in Bayern einen Begehungsschein anbieten?
Nein. Anders als in manchen anderen Bundesländern kennt das bayerische Jagdrecht keine Pflicht für einen Revierinhaber, überhaupt Begehungsscheine auszugeben – das ist Sache der freien Vereinbarung. Auch die für die Jagdpacht zwingend vorgeschriebenen Mindestlaufzeiten von neun beziehungsweise zwölf Jahren (Art. 14 Abs. 2 BayJG) ändern daran nichts, denn sie gelten für die Pacht, nicht für die Erlaubnis. Wer ein Revier in Bayern führt, entscheidet allein, ob und an wen er eine Jagderlaubnis ausstellt. Für die Suche heißt das: Ein sachlicher Anlass hilft mehr als der Hinweis auf ein Gesetz. Kennen Sie ein Revier, das erkennbar dünn besetzt ist oder in dem gerade jemand aufgehört hat, ist das ein besserer Gesprächseinstieg als jede allgemeine Anfrage.
Brauche ich für einen Begehungsschein in Bayern einen Schießnachweis?
Gesetzlich nicht – Bayern schreibt anders als manche Nachbarländer keinen landesweiten Schießnachweis vor. In der Praxis verlangen aber viele Reviere, die zu den Bayerischen Staatsforsten gehören, für die Teilnahme an Drückjagden einen aktuellen Schießnachweis, vertraglich und nicht gesetzlich begründet. Wer sich auf Bewegungsjagden bewirbt, sollte das vor der Zusage klären, statt es erst am Vortag der Jagd zu erfahren. Für die Einzeljagd auf dem Ansitz verlangt praktisch kein Revier einen solchen Nachweis. Ein aktueller Schießnachweis schadet in keinem Fall – er erweitert schlicht die Zahl der Reviere, die für Sie infrage kommen, weil Drückjagden vielerorts den größten Teil des Schalenwildabschusses tragen.

Begehungsschein Bayern: Jagderlaubnis finden vom Allgäu bis zur Rhön

Wer einen Begehungsschein in Bayern sucht, sucht in einem der jagdlich vielfältigsten Länder Deutschlands. Zwischen dem Hochgebirge im Süden, den Mittelgebirgen im Osten und Norden und dem intensiv bewirtschafteten Ackerland in Mittel- und Unterfranken liegen Wildarten, Reviergrößen und Preisniveaus so weit auseinander wie in kaum einem anderen Bundesland. Einen Begehungsschein Bayern-weit zu suchen bedeutet deshalb vor allem, die eigene Region ehrlich einzuordnen: Wer in der Nähe von München sucht, konkurriert mit vielen; wer im äußersten Nordosten Richtung tschechische Grenze sucht, findet andere Bedingungen vor, aber oft auch andere Reviere. Dieser Text ordnet die wichtigsten bayerischen Jagdlandschaften und zeigt, worauf es bei der Suche jeweils ankommt.

Oberbayern

Oberbayern ist die Region mit dem größten Druck auf jede freie Jagdmöglichkeit. Rund um München, den Ammersee, Starnberger See und Chiemsee treffen kaufkräftige Nachfrage und begrenzte Fläche aufeinander, und viele Reviere sind seit Jahrzehnten in denselben Familien oder Jagdgesellschaften. Wer hier einen Begehungsschein sucht, sollte den Umkreis bewusst über die unmittelbare Stadtnähe hinaus ziehen – Richtung Alpenrand, ins Voralpenland um Bad Tölz und Miesbach oder ins Chiemgau, wo Reh- und zunehmend Gamswild im Hochgebirgsanteil jagdlich interessant sind. Wer ausschließlich im Landkreis München sucht, sucht im teuersten und am dichtesten besetzten Teil des Freistaats.

Niederbayern und Bayerischer Wald

Niederbayern und der Bayerische Wald bilden das Gegenstück zu Oberbayern: großflächige, zusammenhängende Wald- und Grenzreviere mit Rot-, Reh- und Schwarzwild, dazu Luchs und wachsender Wolfsbestand als Randthema jeder Revierbegehung. Der Landkreis Regen und der Landkreis Passau liegen im Kernbereich des Bayerischen Waldes, der Landkreis Rottal-Inn im Übergang zum Hügelland Richtung Inn. Die Nachfrage ist geringer als im Süden, die Reviere sind größer, und wer bereit ist, für einen Begehungsschein weiter zu fahren als in die nächste Stadt, findet hier eher Anschluss als in Oberbayern. Grenznah, Richtung Tschechien, sinkt der Preisdruck zusätzlich.

Allgäu und Schwaben

Das Allgäu ist Hochgebirgs- und Voralpenrevier: steile Hanglagen, Gamswild neben Rehwild, Reviere, die stark nach Höhenlage und Erschließung variieren, und eine Nachfrage, die durch den Tourismus im Sommer zusätzlich auf die wenigen freien Flächen drückt. Im übrigen Schwaben, Richtung Donauried und ins württembergische Grenzgebiet, wird die Landschaft flacher und die Reviere größer – Niederwild und Feldjagd gewinnen dort an Bedeutung. Ein Begehungsschein im Allgäu selbst ist wegen der Geländeanforderungen kein Einstieg für jeden; wer Höhenluft und steiles Gelände nicht gewohnt ist, findet im schwäbischen Umland oft die zugänglichere Alternative.

Fränkische Alb, Spessart und Rhön

Mittelfranken und die Fränkische Alb sind Übergangsland: Kalkmagerrasen, Wacholderheiden und dazwischen Wald mit Rehwild als Leitwildart, dazu wachsende Schwarzwildstrecken in den angrenzenden Feldfluren. Der Landkreis Ansbach schließt westlich an die Fränkische Alb an, auf der Frankenhöhe, und ist der flächengrößte Landkreis Bayerns – entsprechend verteilt sich das Angebot dort auf viele kleinere Reviere statt auf wenige große. Weiter nordwestlich, im Spessart und in der Rhön, dominiert Buchen- und Mischwald mit Rotwild im Spessart und einer im Vergleich ruhigeren Nachfrage, weil beide Mittelgebirge abseits der großen Ballungsräume liegen. Wer Wert auf Rotwildjagd legt, ohne die Preise Oberbayerns zu zahlen, findet im Spessart eher, was er sucht.

Oberpfälzer Wald und Oberfranken

Der Oberpfälzer Wald, hart an der tschechischen Grenze, gehört zu den am dünnsten besiedelten Jagdlandschaften Bayerns – große, waldreiche Reviere mit Rot- und Schwarzwild, wenig Konkurrenz um freie Begehungsscheine und Preise, die deutlich unter denen Oberbayerns liegen. Oberfranken, um Bayreuth, Kulmbach und den Frankenwald, ist waldreicher als das übrige Franken und liegt preislich und von der Wilddichte her zwischen der Fränkischen Alb und dem Bayerischen Wald. Beide Regionen eignen sich für Jäger, die bereit sind, weiter zu fahren, dafür aber nicht Monate auf eine Antwort warten wollen.

Wo Sie in Bayern tatsächlich an einen Begehungsschein kommen

Der größte Teil aller bayerischen Begehungsscheine wechselt den Inhaber, ohne je öffentlich ausgeschrieben zu werden. Bayerischer Jagdverband e.V. gliedert sich in Kreisgruppen, und über diese läuft ein guter Teil der Vermittlung, bevor irgendwo eine Anzeige erscheint – daneben die Hegegemeinschaft vor Ort und der Bekanntenkreis des bisherigen Jagdgastes. Wer nur auf Anzeigen wartet, sieht den kleineren Teil des Marktes. Ein sichtbares Gesuch mit Ort, Umkreis, Jagdscheinjahren und einem Satz dazu, wie oft Sie realistisch ins Revier kämen, erreicht auch Revierinhaber, die noch nicht aktiv jemanden suchen.

Bei der ersten Anfrage an einen Revierinhaber zählt weniger die Höhe des gebotenen Entgelts als die Konkretheit: Nennen Sie Jagdscheinjahre, bisherige Reviererfahrung, Ihre Bereitschaft zu Mithilfe und Hegearbeit, und fragen Sie nach den Bedingungen, statt nur nach der Verfügbarkeit. Rechnen Sie mit Wochen bis Monaten, nicht mit Tagen – die meisten Zusagen fallen im Spätwinter vor Beginn des neuen Jagdjahres am 1. April, wenn sich klärt, wer im Revier aufhört und wo ein Platz frei wird. Wer im Hochsommer anfragt, erreicht denselben Revierinhaber in seiner ruhigsten Phase, aber auch mit der geringsten Dringlichkeit.

Bundesweit: Alle Begehungsscheine in Deutschland.

Ausführlicher im Ratgeber: Die Hegebeitrags-Falle beim Begehungsschein · Begehungsschein: der Einstieg für Jungjäger

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