Eigenjagd kaufen Bayern heißt: Sie erwerben das Jagdrecht mit dem Grund – kraft Gesetzes ab 81,755 Hektar zusammenhängender Fläche, im Hochgebirge ab 300. Hier finden Sie Eigenjagdreviere und Jagdgrundstücke in Bayern.
Eigenjagd kaufen Bayern beginnt bei einer Zahl, die es sonst nirgends in Deutschland gibt: 81,755 Hektar zusammenhängende Fläche in einer Hand, ab denen das Jagdrecht kraft Gesetzes dem Eigentümer gehört – ohne Pachtvertrag, ohne Jagdgenossenschaft, ohne neunjährige Bindung an fremde Entscheidungen. Die krumme Zahl ist kein Rundungsfehler, sondern die Umrechnung von 25 Tagwerk, dem alten bayerischen Feldmaß, aus einer Zeit, in der Grundbesitz noch in Tagewerken statt in Hektar gedacht wurde. Im Hochgebirge mit seinen Vorbergen genügen bereits 300 Hektar – ein Unterschied, der für Käufer in den Alpenlandkreisen den entscheidenden Unterschied macht. Wer ein Eigenjagdrevier kaufen oder ein Jagdgrundstück kaufen möchte, findet in Bayern regional sehr unterschiedliche Flächen: Bergwald im Süden, Fichtenforst entlang der Grenze im Osten, Feldflur in Franken. Was tatsächlich auf den Markt kommt, unterscheidet sich von Region zu Region deutlich.
In Oberbayern prägen die Alpen und ihre Vorberge den Markt wie sonst nirgends in Bayern. Hier greift häufig die abgesenkte Hochgebirgsgrenze von 300 Hektar statt der 81,755 Hektar des Flachlands, weil steile Hangwälder, Schutzwald und Almflächen zusammen schneller die Mindestgröße erreichen als eine geschlossene Ackerfläche im Norden. Große zusammenhängende Eigenjagden liegen hier oft seit Generationen in denselben Familien oder gehören kirchlichen und adligen Forstbetrieben, entsprechend selten wechseln sie den Eigentümer. Wer eine Fläche findet, kauft meist Bergmischwald mit Rotwild und, in höheren Lagen, mit Gamswild – jagdlich attraktiv, forstlich aber oft durch Steilheit, Lawinenverbau und Schutzwaldauflagen eingeschränkt in der Bewirtschaftung.
Der Bayerische Wald ist das große zusammenhängende Waldgebiet entlang der tschechischen Grenze und eines der Kerngebiete für Rotwild in Bayern. Der Bestand ist stark von Fichtenforst geprägt, vielerorts in Reinbeständen aus der Aufforstung des 19. und 20. Jahrhunderts, was ihn anfällig für Borkenkäferbefall macht – Flächen mit größeren Kalamitätsschäden sind forstlich ein Problem, jagdlich wegen dichter Verjüngung und guter Deckung aber vorübergehend attraktiv. Im Landkreis Regen und den angrenzenden Landkreisen ist die Besiedlungsdichte gering und der Waldanteil hoch, was zusammenhängende Flächen jenseits der 81,755-Hektar-Grenze leichter zusammenzustellen macht als in dicht parzelliertem Ackerland.
Niederbayern, etwa in den Landkreisen Passau und Rottal-Inn, ist geprägt von hügeliger Feldflur mit eingestreuten kleineren Waldstücken statt geschlossenem Hochwald. Eine zusammenhängende Fläche von 81,755 Hektar in einer Hand zu finden, ist in solcher Feldflur seltener als im geschlossenen Waldgebiet und meist an einen historisch gewachsenen Gutsbesitz gebunden. Wo Eigenjagden angeboten werden, handelt es sich häufig um Niederwildreviere mit Rehwild, Hase und Fasan statt um Hochwildgebiete.
Im Allgäu gilt wie in Oberbayern die abgesenkte Hochgebirgsgrenze von 300 Hektar für Lagen im Hochgebirge mit seinen Vorbergen. Der Markt ist doppelt geprägt: durch Milchviehwirtschaft, die Grünland und Almen wertvoll macht unabhängig vom Jagdwert, und durch alpinen Bergwald mit Rotwild und Gamswild in den höheren Lagen. Diese Doppelnutzung – landwirtschaftlicher und jagdlicher Wert fallen selten zusammen – macht die Bewertung einer Eigenjagd im Allgäu komplexer als in reinen Waldregionen, und Käufer sollten beide Wertkomponenten getrennt betrachten, bevor sie sich auf einen Preis einlassen.
Die Fränkische Alb, ein Kalkstein-Höhenzug, der sich von der Region um den Landkreis Ansbach bis in die Oberpfalz zieht, bringt einen anderen Waldtyp auf den Markt: lichte Kiefern- und Buchenwälder auf dünner Kalkauflage, dazwischen Magerrasen und Wacholderheiden. Der Boden trägt weniger Fichte als der Bayerische Wald, dafür ist das Rehwild hier meist von guter Kondition, weil Äsung auf den offenen Kalkmagerflächen reichlich vorhanden ist. In Teilen der Alb liegen seit Jahrhunderten zusammenhängende Forstbesitze ehemaliger Grafschaften, die selten und dann meist en bloc den Eigentümer wechseln.
Der Spessart ist einer der größten zusammenhängenden Laubwälder Deutschlands, historisch als Bannwald geschützt und bis heute mit hohem Anteil an Staats- und Kirchenwald – private, zusammenhängende Flächen oberhalb der Eigenjagdgrenze sind hier entsprechend selten und begehrt. Buche und Eiche dominieren, in guten Mastjahren mit entsprechend hohem Schwarzwildaufkommen. Die Rhön, weiter nördlich und Teil des Biosphärenreservats Rhön, ist dagegen offener: weite Grünlandkuppen wechseln mit kleineren Waldstücken, und Naturschutzauflagen des Biosphärenreservats schränken die forstliche und teils die jagdliche Nutzung auf Teilflächen ein – ein Punkt, den Käufer vor dem Kauf prüfen sollten, nicht erst danach.
Der Oberpfälzer Wald setzt den Bayerischen Wald nach Norden fort, mit denselben Kennzeichen: dichter Fichtenforst, geringe Besiedlungsdichte, Grenzlage zu Tschechien. Die Erschließung mit Forstwegen ist dabei ein realer Werttreiber – eine Fläche ohne befestigten Zugang ist für Bewirtschaftung und Jagdausübung deutlich weniger wert als eine gut erschlossene, selbst bei gleicher Bestockung. Weiter westlich, im Frankenwald in Oberfranken, ist der Waldbesitz dagegen historisch kleinteiliger parzelliert – zusammenhängende Eigenjagdgrößen zusammenzukaufen bedeutet hier oft, mehrere Nachbarparzellen einzeln zu erwerben.
Unabhängig von der Region gilt: Das Wort zusammenhängend entscheidet über die Eigenjagdeigenschaft, nicht die Summe der Flurstücke auf dem Papier. Ein durchschneidender Weg, ein Bach oder ein fremdes Grundstück in der Mitte der Fläche kann die 81,755-Hektar-Grenze faktisch unerreichbar machen, selbst wenn die addierten Flurstücksgrößen ausreichen würden. Lassen Sie den Zuschnitt anhand des Liegenschaftskatasters prüfen, bevor der Kaufpreis feststeht.
Zweitens: Liegt auf der Fläche ein laufender Jagdpachtvertrag, geht er mit dem Eigentum auf Sie über – Kauf bricht Pacht nicht, und bei einer Mindestpachtzeit von neun bis zwölf Jahren kann das bedeuten, dass Sie Ihr eigenes Revier über Jahre nicht selbst bejagen. Drittens die laufenden Kosten, die unabhängig von der Nutzung anfallen: Grundsteuer, Wegeunterhalt, Verkehrssicherungspflicht an Waldwegen und der Aufwand für die Abschussplanerfüllung.
Ein Vorteil bleibt bayernweit gleich: Mit 3,5 Prozent hat der Freistaat die niedrigste Grunderwerbsteuer aller Bundesländer, ein realer Kostenvorteil beim Grundstückskauf gegenüber Ländern mit 6,5 Prozent. Ergänzende Informationen zu Revierpraxis und Jagdrecht bietet der Bayerische Jagdverband e.V., unabhängig vom Kaufprozess selbst, der über Notar und Grundbuch läuft wie jeder andere Grundstückskauf auch.
Bundesweit: Alle Eigenjagd-Angebote in Deutschland.
Ausführlicher im Ratgeber: Eigenjagd kaufen: Grunderwerbsteuer und Nebenkosten · Waldanteil und Forstwege: worauf zu achten ist