Weil Brandenburg so dünn besiedelt ist, suchen viele Revierinhaber zusätzliche Jäger für ihre Flächen – ein Begehungsschein ist deshalb oft der schnellste Weg zur eigenen Jagdpraxis, von der Prignitz bis zum Oderbruch.
In kaum einem anderen Bundesland ist der Begehungsschein so naheliegend wie in Brandenburg. Die geringe Bevölkerungsdichte bedeutet, dass viele Reviere für einen einzelnen Pächter oder Eigentümer schlicht zu groß sind, um sie allein wirksam zu bejagen. Revierinhaber sind deshalb häufig aktiv auf der Suche nach zuverlässigen Mitjägern, die einzelne Wildarten oder Teilflächen übernehmen. Für Jäger, die noch keine eigene Pacht oder Eigenjagd besitzen, aber regelmäßig zur Jagd kommen möchten, ist das ein klarer Vorteil gegenüber dichter besiedelten Bundesländern. Gerade für Berufstätige, die keine ganzjährige Verantwortung übernehmen können, ist das ein entscheidender Vorteil gegenüber einer Jagdpacht.
Begehungsscheine werden in Brandenburg selten öffentlich ausgeschrieben. Meist entstehen sie aus persönlichem Kontakt: über die Kreisgruppe des Landesjagdverbands Brandenburg e.V., über Jagdgenossenschaften oder über bestehende Jäger, die einen Nachfolger oder Ergänzung für ihr Revier suchen. Wer in Brandenburg noch nicht vernetzt ist, sollte gezielt an Hegeschauen, Drückjagden oder Versammlungen der örtlichen Jägerschaft teilnehmen, denn genau dort entstehen die Kontakte, aus denen später Begehungsscheine hervorgehen. Auch Forstämter, die häufig mit Revierinhabern zusammenarbeiten, kennen oft frühzeitig, wo zusätzliche Unterstützung gebraucht wird. Wer sich zusätzlich in sozialen Medien der Jägerschaft oder in regionalen Jagdgruppen zeigt, wird oft schneller wahrgenommen.
Die Uckermark zählt zu den waldreichsten und wildreichsten Regionen Brandenburgs, mit einem starken Bestand an Rotwild, Rehwild und Schwarzwild. Weil viele Reviere hier zu großen Jagdgenossenschaften mit ausgedehnten Flächen gehören, sind Begehungsscheine vergleichsweise häufig zu finden, besonders für die Bejagung von Schwarzwild in den landwirtschaftlich geprägten Randbereichen. Im Landkreis Uckermark suchen Revierinhaber regelmäßig zuverlässige Unterstützung, gerade weil die Distanzen zwischen einzelnen Revierteilen groß sind. Wer körperlich fit ist und sich auf lange Anfahrten einstellt, hat in der Uckermark gute Aussichten auf einen Begehungsschein.
Die Prignitz mit ihren weiten Elbniederungen und Wiesenlandschaften ist stark auf Niederwild und Wasserwild ausgerichtet, ergänzt um Rehwild und Schwarzwild in den waldreicheren Teilen. Gerade weil die Bejagung von Wasserwild spezielle Erfahrung erfordert, suchen Revierinhaber hier oft gezielt nach Jägern mit entsprechender Praxis. Die dünne Besiedlung hält die Konkurrenz um Begehungsscheine insgesamt niedriger als in den städtischeren Landesteilen im Süden Brandenburgs. Im Landkreis Prignitz lohnt sich der direkte Kontakt zu Jagdgenossenschaften, die für ihre ausgedehnten Flächen regelmäßig zusätzliche Unterstützung brauchen.
Der Fläming im Süden Brandenburgs ist eine hügelige Endmoränenlandschaft mit ausgedehnten Kiefernwäldern, in denen Rehwild und Schwarzwild die prägenden Wildarten sind. Weil die Region touristisch weniger bekannt ist als die Seenlandschaften weiter nördlich, bleibt auch die Nachfrage nach Begehungsscheinen überschaubar. Revierinhaber im Fläming schätzen besonders Jäger, die auch unter der Woche Zeit für Ansitze mitbringen, weil viele Reviere sonst nicht ausreichend bejagt werden. Die Nähe zu Berlin und Potsdam macht die nördlichen Randbereiche des Flämings zunehmend gefragter, während die ruhigeren südlichen Teile noch gute Einstiegschancen bieten.
Der Spreewald südöstlich von Berlin verlangt mit seinem Geflecht aus Wasserläufen, Auwäldern und Wiesen eine besondere Art der Bejagung, oft nur zu Fuß oder mit dem Kahn. Revierinhaber suchen hier gezielt nach Jägern, die diese Bedingungen gewohnt sind und auch bei erschwerter Erreichbarkeit zuverlässig ansitzen. Wasserwild spielt in der Bejagung des Spreewalds eine größere Rolle als in den meisten anderen Regionen Brandenburgs, ergänzt um Rehwild und Schwarzwild in den trockeneren Randbereichen. Wer diese Eigenheiten kennt oder bereit ist, sich darauf einzulassen, findet im Spreewald eine der eigenständigsten Begehungsschein-Regionen des Landes.
Die Schorfheide nordöstlich von Berlin gehört zu den größten zusammenhängenden Waldgebieten Brandenburgs, mit einem starken Rotwild- und Schwarzwildbestand sowie vereinzeltem Damwild. Wegen der Nähe zu Berlin ist die Nachfrage nach Begehungsscheinen hier höher als in entlegeneren Landesteilen, weshalb frühzeitige Kontakte zur örtlichen Jägerschaft besonders wichtig sind. Revierinhaber in der Schorfheide legen viel Wert auf Erfahrung mit Rotwild, weil dessen Bejagung mehr Geduld und Feingefühl erfordert als die von Rehwild oder Schwarzwild. Wer diese Erfahrung mitbringt und bereit ist, sich um einen Platz zu bemühen, hat in der Schorfheide gute Chancen.
Das Oderbruch entlang der polnischen Grenze ist geprägt von Poldern, Gräben und weiten Ackerflächen, eine Landschaft, die besonders gute Bedingungen für Niederwild und Wasserwild bietet. Weil Rehwild und Schwarzwild sich vor allem in den wenigen verbliebenen Gehölzstreifen konzentrieren, sind Begehungsscheine hier oft speziell auf diese Randstrukturen zugeschnitten. Die Randlage abseits der großen Städte hält die Nachfrage überschaubar, was gerade Einsteigern gute Chancen eröffnet. Auch der benachbarte Landkreis Oberhavel bietet eine ähnliche Mischung aus Wasser, Feld und kleineren Waldstücken, in der Revierinhaber regelmäßig zusätzliche Jäger suchen.
Wer in Brandenburg einen Begehungsschein sucht, sollte angesichts der Größe des Bundeslandes zunächst zwei oder drei Regionen auswählen, die zur bevorzugten Wildart passen, statt die Suche zu breit anzulegen. Der direkte Draht zur Kreisgruppe des Landesjagdverbands, zu Jagdgenossenschaften und zu Forstämtern vor Ort bringt meist schneller Ergebnisse als eine anonyme Online-Suche. Wer regelmäßig an Hegeschauen, Drückjagden oder Versammlungen der örtlichen Jägerschaft teilnimmt, wird schneller Teil der Netzwerke, über die Begehungsscheine typischerweise weitergegeben werden. Zeigen Sie in Gesprächen konkret, welche Zeit Sie mitbringen und welche Wildarten Sie interessieren, statt allgemein nach irgendeiner Gelegenheit zu fragen. Aktuelle Begehungsscheine aus ganz Brandenburg finden Sie gebündelt in den Angeboten auf Waidscout.
Bundesweit: Alle Begehungsscheine in Deutschland.
Ausführlicher im Ratgeber: Die Hegebeitrags-Falle beim Begehungsschein · Begehungsschein: der Einstieg für Jungjäger