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Begehungsschein in Nordrhein-Westfalen

In NRW ist der Begehungsschein für die meisten der realistische Weg ins Revier – und das Landesjagdgesetz verpflichtet große Reviere sogar, welche auszugeben. Hier finden Sie freie Begehungsscheine in Nordrhein-Westfalen.

Häufige Fragen zu Begehungsscheine in Nordrhein-Westfalen

Was kostet ein Begehungsschein in Nordrhein-Westfalen?
Belastbare Landesdurchschnitte gibt es nicht, und jede Zahl, die als solche verkauft wird, ist geraten. Was sich sagen lässt: Ein entgeltlicher Begehungsschein bewegt sich meist im dreistelligen bis niedrigen vierstelligen Bereich pro Jahr, wobei Schalenwildreviere im Sauerland und in der Eifel deutlich über Niederwildrevieren am Niederrhein liegen. Wichtiger als der Betrag ist, was daneben steht: Hegebeitrag, Pflichtstunden im Revier, Beteiligung an Ansitzeinrichtungen und die Frage, welche Stücke der Abschuss überhaupt umfasst. Ein günstiger Schein mit 40 Arbeitsstunden ist nicht günstig.
Muss ein Revier in NRW einen Begehungsschein ausgeben?
In einem bestimmten Fall ja, und das ist eine echte Besonderheit des nordrhein-westfälischen Landesrechts. Ist ein Jagdbezirk von mehr als 300 Hektar an weniger Pächter verpachtet, als zulässig wären, muss der Pächter nach § 12 Abs. 2 LJG-NRW für jede vollen 150 Hektar oberhalb von 300 Hektar eine Jagderlaubnis erteilen. Zulässig sind bis 300 Hektar zwei Pächter, darüber für jede weiteren vollen 150 Hektar einer mehr (§ 11 Abs. 1). Wer also ein 600-Hektar-Revier allein pachtet, schuldet zwei Jagderlaubnisse. Erfüllen lässt sich das nicht mit Leuten, die ohnehin schon Pächter sind oder bereits eine Erlaubnis halten (§ 12 Abs. 4).
Brauche ich für einen Begehungsschein in NRW einen Schießnachweis?
Für die Einzeljagd nicht, für Bewegungsjagden auf Schalenwild schon. § 17a Abs. 3 LJG-NRW verlangt einen Schießübungsnachweis, der nicht älter als ein Jahr sein darf, als Voraussetzung der Teilnahme – landesweit und in jedem Revier. Da in vielen NRW-Revieren die Drückjagden im Herbst den größten Teil des Schalenwildabschusses tragen, ist ein gültiger Nachweis praktisch Voraussetzung dafür, dass ein Begehungsschein für Sie überhaupt Sinn ergibt. Planen Sie den Schießkino- oder Standtermin vor der Saison ein, nicht in der Woche davor.
Wie finde ich als Jungjäger in NRW einen Begehungsschein?
Rechnen Sie mit Monaten, nicht mit Wochen, und arbeiten Sie an drei Stellen gleichzeitig. Erstens: Hegering und Kreisjägerschaft, weil dort der größte Teil der Scheine vergeben wird, bevor irgendwo etwas steht. Zweitens: ein sichtbares Gesuch, das Revierinhaber erreicht, die noch nicht aktiv suchen. Drittens: die 150-Hektar-Regel aus § 12 Abs. 2 LJG-NRW – große, an wenige Pächter verpachtete Reviere sind gesetzlich verpflichtet, Jagderlaubnisse auszugeben, und das ist ein konkreterer Ansatzpunkt als jede allgemeine Anfrage. Ein Satz dazu, wie oft Sie realistisch kommen und wobei Sie anpacken, bringt mehr als eine Liste Ihrer Wünsche.

Begehungsschein in Nordrhein-Westfalen: was Sie wissen sollten

Der Begehungsschein ist in Nordrhein-Westfalen für die meisten Jägerinnen und Jäger nicht die zweitbeste Lösung, sondern die einzige realistische. Das Land ist dicht besiedelt, die Reviere sind vergleichsweise klein geschnitten und fast durchgehend verpachtet, und auf jedes frei werdende Revier kommen mehr Bewerber als in den ostdeutschen Flächenländern. Wer nach der Jägerprüfung regelmäßig jagen will, ohne sich für neun Jahre an ein Revier zu binden, kommt über eine Jagderlaubnis ins Revier – und in NRW ist das rechtlich besser abgesichert als in den meisten anderen Bundesländern.

Entgeltlich oder unentgeltlich: was in NRW üblich ist

Unterschieden wird zwischen dem entgeltlichen und dem unentgeltlichen Begehungsschein. Der unentgeltliche geht in der Praxis fast immer an Menschen, die der Revierinhaber bereits kennt: an den Nachbarn, an den langjährigen Ansitzbegleiter, an das Mitglied desselben Hegerings. Wer neu ins Land zieht, wird ihn selten angeboten bekommen. Der entgeltliche Schein ist der Regelfall des offenen Marktes, und für ihn schreibt § 12 Abs. 3 LJG-NRW ausdrücklich die Schriftform vor. Ein Handschlag am Hochsitz ist nett, aber er ist kein entgeltlicher Jagderlaubnisvertrag.

Neben dem Jahresentgelt steht in vielen NRW-Anzeigen ein zweiter Posten: der Hegebeitrag, manchmal als Geldbetrag, häufiger als Pflichtstunden für Kanzelbau, Kirrungspflege, Ansitzleiterunterhalt oder Wildackerarbeit. Beides gehört in die Anzeige und beides gehört in den Vertrag. Der häufigste Streit im ersten Jahr entsteht nicht am Geld, sondern an der Frage, wie viele Stunden gemeint waren.

Die 150-Hektar-Regel: wann ein NRW-Revier ausgeben muss

Diese Regel kennt kaum jemand, und sie ist der konkreteste Hebel, den das nordrhein-westfälische Jagdrecht einem Suchenden in die Hand gibt. Nach § 11 Abs. 1 LJG-NRW ist die Zahl der Jagdpächter beschränkt: bis 300 Hektar auf zwei, darüber für jede weiteren vollen 150 Hektar auf je einen weiteren. Und nach § 12 Abs. 2 LJG-NRW gilt: Ist ein Jagdbezirk von mehr als 300 Hektar an eine geringere als die danach zulässige Zahl von Pächtern verpachtet, so ist der Pächter verpflichtet, für jede vollen jagdlich nutzbaren 150 Hektar oberhalb von 300 Hektar eine Jagderlaubnis zu erteilen.

Ein Beispiel: Ein Waldrevier von 600 Hektar im Hochsauerlandkreis, allein gepachtet. Zulässig wären zwei Pächter bis 300 Hektar plus zwei weitere für die restlichen 300 – der Alleinpächter schuldet also Jagderlaubnisse. Inhalt und Umfang vereinbaren Pächter und Jagdgast miteinander, die Pflicht als solche steht aber im Gesetz. Und sie lässt sich nicht dadurch abarbeiten, dass die Erlaubnis an jemanden geht, der ohnehin schon Pächter ist oder bereits eine Erlaubnis hält (§ 12 Abs. 4). Wer ein großes, dünn besetztes Revier in seiner Nähe kennt, hat damit einen sachlichen Anlass für eine Anfrage – kein Betteln, sondern eine Frage nach einer gesetzlichen Pflicht.

Schießnachweis, Hund und Mithilfe

Drei Erwartungen begegnen Ihnen in NRW immer wieder. Der Schießübungsnachweis nach § 17a Abs. 3 LJG-NRW ist Pflicht für jede Bewegungsjagd auf Schalenwild und darf nicht älter als ein Jahr sein; ohne ihn bleibt Ihnen die Jagdart verschlossen, die in vielen Revieren den Herbst trägt. Ein brauchbarer Jagdhund ist bei Such- und Bewegungsjagden, bei Schnepfen und Wasserwild und bei jeder Nachsuche vorgeschrieben (§ 30 LJG-NRW) – wer einen führt, ist in jedem Revier willkommener als jeder Bewerber ohne. Und die Bereitschaft zur Mithilfe entscheidet in der Praxis öfter über die Vergabe als die Höhe des gebotenen Entgelts.

Wo in Nordrhein-Westfalen Begehungsscheine frei werden

Das Angebot verteilt sich nach Landschaft, nicht nach Verwaltungsgrenze. Im Sauerland, im Siegerland und in der Eifel liegen die Schalenwildreviere; hier sind Begehungsscheine teurer, dafür mit Reh-, Rot- und Schwarzwild. Im Münsterland, am Niederrhein und in Teilen von Ostwestfalen dominieren Feld- und Niederwildreviere in den Kreisen Steinfurt, Borken, Kleve und Höxter – oft günstiger, mit Hase, Fasan und Ente, und mit einer Schwarzwildstrecke, die in den Maisjahren erheblich gewachsen ist. Das Bergische Land und der Teutoburger Wald liegen dazwischen.

Zeitlich lohnt sich Aufmerksamkeit im Spätwinter und frühen Frühjahr. Weil Begehungsscheine üblicherweise im Takt des Jagdjahres laufen, das am 1. April beginnt, entscheidet sich in den Wochen davor, wer im kommenden Jahr mitjagt – und dann wird auch klar, wo jemand aufhört. Wer im Hochsommer sucht, sucht in der ruhigsten Phase des Marktes. Ein hinterlegter Suchauftrag nimmt Ihnen diese Taktung ab, weil die Benachrichtigung kommt, wenn das Angebot erscheint, und nicht, wenn Sie zufällig nachsehen.

Vor der Zusage prüfen

Vier Fragen, die Sie vor der Unterschrift geklärt haben sollten: Welche Wildarten umfasst der Abschuss tatsächlich, und ist er auf Stückzahlen begrenzt? Wie lange gilt der Schein, und verlängert er sich automatisch? Dürfen Sie vorhandene Ansitzeinrichtungen mitbenutzen oder nur eigene errichten – und wenn eigene, wem gehören sie am Ende? Was genau ist mit Mithilfe gemeint, in Stunden ausgedrückt? Wer diese vier Punkte schriftlich hat, streitet im dritten Jahr nicht darüber.

Bundesweit: Alle Begehungsscheine in Deutschland.

Ausführlicher im Ratgeber: Die Hegebeitrags-Falle beim Begehungsschein · Begehungsschein: der Einstieg für Jungjäger

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