Schleswig-Holsteins Drückjagd-Termine finden Sie hier gebündelt.
Schleswig-Holstein ist das einzige deutsche Bundesland, das sowohl an die Nordsee als auch an die Ostsee grenzt, und dazwischen liegt eine Landschaft, die von beiden Meeren geprägt ist: flach, windig und über weite Strecken fast baumlos, mit einer eigenen Antwort darauf, wo Wild sich überhaupt verstecken kann.
Weite Teile Schleswig-Holsteins, allen voran die Marsch in Dithmarschen und auf der Halbinsel Eiderstedt, sind praktisch waldfrei und liegen streckenweise unterhalb des Meeresspiegels, geschützt nur durch Deiche. Deckung für Wild bieten hier nicht Wälder, sondern Knicks: die charakteristischen, jahrhundertealten Wallhecken, die als Wind- und Weidezäune die Felder durchziehen und heute ein engmaschiges Netz aus schmalen grünen Korridoren bilden. Ganz anders zeigt sich die Holsteinische Schweiz im Osten, mit ihren von der letzten Eiszeit geformten Hügeln, Wäldern und Seen, die dem Landstrich seinen Namen gaben. Im Kreis Herzogtum Lauenburg im Süden schließlich reicht zusammenhängender Wald bis an die Grenze zu Niedersachsen, und eine Drückjagd dort ähnelt eher dem, was Gäste aus anderen Bundesländern gewohnt sind.
Die Knicks Schleswig-Holsteins sind mehr als praktische Feldbegrenzungen: Sie zählen zu den prägendsten Kulturlandschaften Norddeutschlands und werden seit Generationen von den Eigentümern gepflegt und regelmäßig „auf den Stock gesetzt“, also bodennah zurückgeschnitten, damit sie dicht nachwachsen. Für die Jagd sind sie damit nicht nur Deckung, sondern auch gelebte Tradition, die Landwirtschaft und Weidwerk seit Jahrhunderten miteinander verbindet. In Angeln im Norden des Landes gehört das Netz aus Knicks und kleinen Gehöften zum vertrauten Landschaftsbild jeder Einladung.
Wo Knicks statt geschlossenem Wald die Deckung stellen, sieht auch der Ablauf einer Drückjagd anders aus. Statt weniger großer Treiben durch einen zusammenhängenden Forst führen Hundeführer ihre Meute oft entlang einzelner Knickreihen, während Schützen an den Kreuzungspunkten mehrerer Hecken postiert werden. Ein Jagdtag in Dithmarschen oder auf Eiderstedt besteht deshalb häufig aus vielen kurzen Trieben statt weniger langer, und die Stände wechseln zwischen den Trieben öfter als anderswo. In der waldreicheren Holsteinischen Schweiz dagegen ähnelt der Ablauf eher dem klassischen Bild aus Ansitz und Stöberjagd in geschlossenem Wald, mit weniger, dafür längeren Trieben und selteneren Standwechseln.
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