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Mecklenburg-Vorpommern hat mehr Seen als jedes andere deutsche Bundesland und die längste Ostseeküste des Landes, eine Kombination aus Wasser und Wald, die es sonst nirgendwo in Deutschland in dieser Ausdehnung gibt. Wer von weiter weg zu einer Drückjagd hierher anreist, bewegt sich zwangsläufig auch durch diese Wasserlandschaft, oft über Brücken und Dämme, die Inseln und Halbinseln erst mit dem Festland verbinden.
Die großen, zusammenhängenden Wälder rund um die Müritz-Region und in Vorpommern boten schon den mecklenburgischen Herzögen ausgedehnte Jagdgebiete, und die geringe Besiedlungsdichte des Landes hat diesen Charakter bis heute bewahrt. Rotwild findet hier störungsarme Rückzugsräume, wie sie in dichter besiedelten Teilen Deutschlands selten geworden sind, und die Bestände zählen zu den stärksten im gesamten Bundesgebiet. Schwarzwild ist daneben im ganzen Land verbreitet und profitiert von den weiten Feldfluren der Mecklenburgischen Seenplatte. Auf einzelnen Gutsflächen kommt zudem Damwild vor, meist in kleineren, klar abgegrenzten Beständen. Auf der Insel Rügen und im Küstenstreifen dagegen dominiert vor allem Rehwild die kleineren Bewegungsjagden, oft mit einer Handvoll Schützen statt der großen Treiben im Landesinneren.
Viele Reviere in Mecklenburg-Vorpommern gehen auf ehemalige Gutsflächen zurück, deren Herrenhäuser heute häufig als Hotel oder Pension weitergeführt werden, und die Jagd bleibt eng mit dieser Gutstradition verbunden. Eine Einladung ist deshalb hier öfter als anderswo mit einer Übernachtung direkt auf dem Gut verknüpft, mit gemeinsamem Frühstück vor der Ansage und einem Abendessen nach dem letzten Trieb. In der Mecklenburgischen Seenplatte wie im Landkreis Vorpommern-Greifswald haben sich zahlreiche solcher Gutsjagden bis heute gehalten, oft über Generationen in derselben Familie oder demselben Betrieb organisiert.
Für Gastjäger aus dem Süden oder Westen Deutschlands bedeutet eine Einladung nach Mecklenburg-Vorpommern häufig eine deutlich längere Anfahrt als in dichter besiedelten Bundesländern. Die Insel Rügen ist über den Rügendamm und die Rügenbrücke bei Stralsund fest mit dem Festland verbunden, sodass für die Insel selbst keine Fähre nötig ist, anders als bei kleineren vorgelagerten Inseln. Im Landkreis Ludwigslust-Parchim im Süden des Landes verkürzt sich die Anfahrt aus Richtung Niedersachsen oder Brandenburg spürbar. Wegen dieser Distanzen bieten viele Veranstalter an der Küste und an der Seenplatte mehrtägige Programme mit Unterkunft an, oft direkt im Gutshaus.
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