Begehungsschein, Jagdpacht oder Einzelabschuss: welche Jagdmöglichkeit passt?
Wer jagen möchte, ohne ein eigenes Revier zu besitzen, hat im Wesentlichen drei Jagdmöglichkeiten. Die Jagdmöglichkeit per Begehungsschein ist für viele der Einstieg, die Pacht der große Schritt, der Einzelabschuss eine Gelegenheit für zwischendurch. Die drei Wege unterscheiden sich weniger in der Jagd selbst als darin, was Sie rechtlich und finanziell dafür übernehmen.
Jagdmöglichkeiten: Begehungsschein, Pacht und Einzelabschuss im Überblick
Begehungsschein
Mit dem Begehungsschein erlaubt Ihnen der Revierinhaber, in seinem Revier zu jagen. Er bleibt Pächter oder Eigentümer und damit Verantwortlicher gegenüber Behörde und Verpächter. Der Schein kann entgeltlich oder unentgeltlich sein, auf bestimmte Wildarten, Zeiten und Reviergrenzen beschränkt, mit oder ohne eigenen Abschuss. Ob und wie ein entgeltlicher Begehungsschein gemeldet werden muss, regeln die Länder unterschiedlich. Wer die Jagdgelegenheit Begehungsschein für Jungjäger prüft, findet Einstiegstipps in unserem Beitrag Begehungsschein als Jungjäger.
Jagdpacht
Der Pächter übernimmt das Jagdausübungsrecht für die gesamte Pachtdauer. Damit trägt er die Hegepflicht, die Verantwortung für die Abschusserfüllung und, je nach Pachtvertrag, den Ersatz von Wildschäden. Hinzu kommen Pachtzins, Jagdsteuer und Aufwand für Reviereinrichtungen. Bundesrechtlich muss, wer pachtet, nach § 11 Abs. 5 BJagdG in den letzten drei Jahren einen Jahresjagdschein besessen haben. Zur Wildschadenshaftung lesen Sie Wildschadensersatz in der Jagdpacht.
Einzelabschuss
Beim Einzelabschuss erwerben Sie das Recht, ein bestimmtes Stück Wild zu erlegen, meist Rot-, Dam- oder Rehwild, häufig mit Führung durch den Revierinhaber oder Berufsjäger. Sie zahlen pro Stück, zum Teil mit Trophäenpreis. Eine Bindung an das Revier besteht nicht, aber auch keine Chance auf regelmäßige Jagd. Klären Sie vorab, ob Wildbret, Trophäe, Aufbrechen und Nachsuche im Preis enthalten sind, und wer bei einem Fehlschuss die Nachsuche bezahlt.
Vergleich: Bindung, Kosten, Verantwortung
| Merkmal | Begehungsschein | Jagdpacht |
|---|---|---|
| Bindung | meist ein Jahr, verlängerbar | mehrere Jahre, oft 9 bis 12 |
| Kosten | geringer bis mittel | hoch, mit Nebenkosten |
| Wildschaden | meist beim Revierinhaber, teils beteiligt | beim Pächter |
| Hege und Abschuss | Mithilfe | volle Verantwortung |
| Voraussetzung | gültiger Jagdschein, Details je nach Landesjagdgesetz | Jahresjagdschein in den letzten drei Jahren |
Die Kosten schwanken je nach Region und Wildarten stark; konkrete Zahlen nennen wir hier bewusst nicht, weil sie ohne Revier und Wildart wenig aussagen. Der Einzelabschuss ist hier nicht eingetragen, weil er sich nicht über Zeit bindet. Er kostet pro erlegtem Stück, trägt aber keine Pflichten für Revier oder Wildschaden.
Welche Jagdgelegenheit passt zu wem?
Ein Begehungsschein passt, wenn Sie Zeit haben, regelmäßig im Revier zu sein, aber das Risiko einer Pacht scheuen. Er eignet sich für Jungjäger und für alle, die ein Revier erst kennenlernen möchten.
Die Jagdpacht passt, wenn Sie langfristig planen, die Kosten tragen können und bereit sind, Hege, Wildschaden und Behördenpflichten zu übernehmen. Ein Begehungsschein ist oft die beste Vorbereitung darauf. Wie Sie ein Revier finden, steht in Wie finde ich ein Jagdrevier?.
Der Einzelabschuss passt, wenn Sie gezielt auf eine Wildart jagen möchten, zum Beispiel auf einen Hirsch oder Schwarzwild, und kein festes Revier brauchen.
Entscheidungshilfe in drei Fragen:
- Wie oft kann ich realistisch im Revier sein?
- Welches Budget habe ich für Kosten und Wildschadensrisiko?
- Möchte ich Verantwortung für ein Revier oder nur jagen?
Aktuelle Angebote finden Sie bei den Begehungsscheinen auf Waidscout. Prüfen Sie rechtliche Fragen zu Verträgen mit der Jagdbehörde oder einem Rechtsanwalt.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Begehungsschein und Jagdpacht?
Der Begehungsschein erlaubt die Jagd im Revier eines anderen, die Pacht überträgt das Jagdausübungsrecht selbst. Wer pachtet, trägt Hege, Abschuss und in der Regel Wildschäden.
Was ist ein Einzelabschuss?
Ein Einzelabschuss ist die entgeltliche Erlaubnis, ein bestimmtes Stück Wild zu erlegen. Sie zahlen pro Stück und gehen keine dauerhafte Bindung ein.
Brauche ich für einen Begehungsschein einen Jahresjagdschein?
Sie brauchen einen gültigen Jagdschein. Wie lange Sie ihn schon besitzen müssen, regelt das Landesjagdgesetz; für die Pacht fordert § 11 Abs. 5 BJagdG drei Jahre.