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Baden-Württemberg erstreckt sich vom Taubertal im Norden bis zum Bodensee im Süden, eine Distanz, die größer ist, als mancher Jäger beim Blick auf die Karte vermutet. Wer eine Drückjagd im Schwarzwald oder in Oberschwaben plant und selbst aus dem Norden des Landes kommt, verbringt unter Umständen mehr Stunden im Auto als später auf dem Stand.
Rotwild kommt in Baden-Württemberg nur in wenigen, klar umrissenen Gebieten vor, vor allem im Nord- und Südschwarzwald sowie im Odenwald, und dort finden auch die großen Bewegungsjagden auf diese Wildart statt. Schwarzwild dagegen ist im ganzen Land verbreitet und tritt besonders stark in der Rheinebene, im Kraichgau und im Odenwald auf, wo die Bestände seit Jahren hoch sind. Rehwild findet sich überall im Land, vom Taubertal bis zum Bodensee, und bildet bei den meisten Bewegungsjagden das eigentliche Rückgrat, während Rotwild und Schwarzwild eher die Höhepunkte liefern. Schwäbische Alb, Oberschwaben und Allgäu zeigen ein ganz anderes Bild aus Wald, Moor und offenem Gelände, in dem die Strecke von Revier zu Revier stark schwankt.
Ein typischer Jagdtag beginnt früh, oft schon vor Sonnenaufgang, mit dem Treffpunkt und einer Ansage der Jagdleitung, bei der Schussfeld, Sicherheit und die freigegebenen Wildarten erklärt werden. Danach unterscheiden sich zwei Formen deutlich: Bei der Ansitzdrückjagd warten die Schützen ruhig auf festen Ständen, während beim Stöbern Hundeführer mit kleineren Gruppen von Hunden aktiv durch die Dickungen gehen und das Wild in Bewegung halten, was lebhafter und lauter abläuft. Jeder Trieb dauert meist ein bis zwei Stunden, danach wird kurz zusammengefasst, was gesehen und geschossen wurde, bevor erfahrene Gespanne die Nachsuche übernehmen. Zum Abschluss gehört für viele Veranstalter das Streckelegen mit Bruch und Jagdhornsignal, gefolgt von einem gemeinsamen Schüsseltreiben.
Wer im Norden Baden-Württembergs wohnt und im Schwarzwald oder in Oberschwaben jagen will, sollte die Fahrzeit nicht unterschätzen und im Zweifel einen Tag früher anreisen. Manche Veranstalter bieten deshalb mehrtägige Programme mit Unterkunft an. Der Ortenaukreis am Westrand des Schwarzwalds liegt noch vergleichsweise günstig an der Rheintalstrecke, während der Landkreis Ravensburg und der Landkreis Sigmaringen im Süden eine deutlich längere Anfahrt bedeuten, gerade von Norden oder Osten kommend. Auch der Main-Tauber-Kreis im Nordosten des Landes liegt für viele Jäger aus dem Süden überraschend weit entfernt. Im Winter kommt in den höheren Lagen des Schwarzwalds häufig Schnee dazu, und steile, vereiste Wege verlangen festes Schuhwerk und mehr Zeit für jeden Weg zum Stand.
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