Drückjagd: Ablauf, Sicherheit und Ausrüstung
Die Drückjagd ist im Herbst und Winter eine der wichtigsten Jagdarten auf Schalenwild, vor allem auf Schwarzwild, Rehwild und Rotwild. Anders als bei der Ansitzjagd sind viele Menschen im Wald unterwegs. Deshalb gelten feste Regeln, die jeder Teilnehmer kennen muss, bevor er am Sammelplatz steht.
Der Ablauf einer Drückjagd
Der Ablauf einer Drückjagd ähnelt sich bei fast allen Veranstaltern, Einzelheiten legt der Jagdleiter fest:
- Einladung und Anmeldung: Der Veranstalter lädt ein oder schreibt Plätze aus. Meist verlangt er eine verbindliche Anmeldung bis zu einem Stichtag, oft mit Kostenbeitrag für Schützen.
- Begrüßung: Der Jagdleiter erklärt am Sammelplatz Jagdgebiet, Wildarten, Sicherheitsregeln und Signale. Teilnehmer bestätigen oft schriftlich, dass sie belehrt wurden.
- Standeinweisung: Ein Ansteller bringt Sie zu Ihrem Stand und zeigt Schusssektoren, Grenzen und Nachbarstände.
- Jagd: Auf das Signal „Jagd los“ beginnt die Jagd, auf „Hahn in Ruh“ endet sie, entweder per Hornsignal oder Funk.
- Streckelegen: Das erlegte Wild wird aufgebrochen, versorgt und an einem Platz zur Strecke gelegt. Die Jagd endet mit dem Verblasen der Strecke.
- Nachsuche: Gibt es Anzeichen für getroffenes Wild, melden Sie es dem Jagdleiter und verlassen den Stand erst nach Anweisung.
Sicherheit und Schusssektor
Die Unfallverhütungsvorschrift Jagd, kurz UVV Jagd, gilt auch für Gäste. Sie verlangt unter anderem, dass Waffen auf dem Weg zum Stand ungeladen bleiben und erst nach dem Anweisen geladen werden. Der Jagdleiter kann Teilnehmer, die gegen die Regeln verstoßen, von der Jagd ausschließen.
Sie schießen nur auf Wild, das der Jagdleiter freigegeben hat, und nur innerhalb des Ihnen gezeigten Schusssektors. Bei der Schwarzwild-Drückjagd kann das Wild schnell und in Gruppen kommen; sprechen Sie deshalb nur an, was Sie sicher ansprechen können, und schießen Sie nie auf flüchtige Rotten ohne sicheren Kugelfang.
Hunde und Hundeführer sind unterwegs. Wer einen Hund im Anwechseln sieht, schießt nicht. Hochsitze und Böcke bieten besseren Kugelfang als ebener Boden, aber nur, wenn Sie den Hang dahinter kennen.
Je nach Landesrecht und Veranstalter gelten Anforderungen an den Schießnachweis, den Sie bei einer Bewegungsjagd vorlegen sollen. Er belegt, dass Sie auf bewegtes Wild und auf die üblichen Distanzen im Wald treffen. Fragen Sie den Veranstalter, was er verlangt.
Ausrüstung für die Drückjagd
Zur Ausrüstung gehören:
- Jagdschein, Waffenbesitzkarte und Versicherungsnachweis
- Waffe und Munition, Kaliber und Geschosswahl für die Wildarten passend
- Signalfarbe: Warnweste oder Warnjacke, meist orange, sowie Hut oder Mütze in Signalfarbe, wie es der Veranstalter vorgibt
- wetterfeste Kleidung für mehrere Stunden Stillsitzen
- Fernglas, Messer, Handschuhe zum Aufbrechen, Taschenlampe
- Sitzkissen oder Standhocker, Verpflegung und Getränke
Am Stand brauchen Sie Ruhe: Gespräche, Telefonate und unnötige Bewegungen vermeiden Sie.
Nach der Jagd
Beim Streckelegen helfen alle mit. Wer Wild erlegt hat, meldet Wildart, Geschlecht und Alter an, damit der Jagdleiter die Abschusspläne führen kann. Klären Sie, wer das Wildbret übernimmt und wie die Wildmarke angebracht wird. Fragen Sie nach dem Hundeführer, wenn Sie einen Anschuss gemeldet haben, und bedanken Sie sich bei Treibern und Hundeführern.
Drückjagden finden
Wer zu Gesellschaftsjagden eingeladen werden möchte, braucht Kontakte in Revieren, Hegeringen und Jagdgemeinschaften. Eine Übersicht aktueller Drückjagd-Angebote finden Sie im Kalender der Gesellschaftsjagden auf Waidscout. Wer selbst ein Revier sucht, liest Wie finde ich ein Jagdrevier?.
Häufige Fragen
Brauche ich für eine Drückjagd einen Schießnachweis?
Viele Veranstalter verlangen ihn, teils auch das Landesrecht. Fragen Sie vor der Anmeldung nach, welcher Nachweis gilt und wie alt er sein darf.
Was kostet die Teilnahme?
Das hängt von Revier, Wildarten und Veranstalter ab. Manche Einladungen sind kostenlos, andere verlangen einen Beitrag und Preise pro erlegtem Stück. Klären Sie das vorab schriftlich.
Was tun, wenn ich Wild beschossen und nicht gefunden habe?
Bleiben Sie am Stand, merken Sie sich Anschuss und Fluchtrichtung und melden Sie es dem Jagdleiter. Er setzt einen Hundeführer für die Nachsuche ein.