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Jagdpacht26. Oktober 2026

Treibjagd und Drückjagd: der Unterschied einfach erklärt

Wer zum ersten Mal zu einer Gesellschaftsjagd eingeladen wird, hört beide Begriffe oft durcheinander. Beide Jagdarten verbindet, dass Treiber oder Hunde das Wild in Bewegung bringen. Dahinter stecken aber andere Wildarten, andere Taktiken und andere Regeln für Schützen.

Treibjagd: Niederwild in Bewegung

Die klassische Jagd mit Treibern findet vor allem im Feldrevier statt. Gejagt werden Feldhase, Fasan, Kaninchen und je nach Revier Fuchs oder Wildenten. Die Treiber gehen in einer Linie durch Felder, Rüben- oder Maisschläge und Hecken. Das Wild weicht nach vorn aus und kommt den Schützen in Schussentfernung.

Üblich sind zwei Formen. Bei der Streife gehen Treiber und Schützen gemeinsam in einer Linie, die Schützen sind also selbst Teil der Bewegung. Beim Kessel wird eine Fläche von außen eingekreist und das Wild nach innen getrieben. Die Kesseljagd auf Hasen ist heute in vielen Revieren selten geworden, auch wegen schwankender Besätze. Manche Reviere verzichten auf diese Jagdart oder jagen nur noch kleinräumig.

Eine Niederwild-Treibjagd dauert meist einen halben Tag und gliedert sich in mehrere Triebe. Zwischen den Trieben wechseln die Schützen den Standort, damit jede Fläche aus einer neuen Richtung bejagt wird. Sehr wichtig ist dabei der Hund: Apportierende Hunde bergen krankgeschossenes Wild, bevor es verendet.

Ein typischer Tag endet mit dem Streckelegen und dem gemeinsamen Essen, dem „Schüsseltreiben". Die Strecke wird nach Wildarten gelegt und mit Signalen verblasen.

Drückjagd: Schalenwild ruhig bewegen

Die Drückjagd dient der Bejagung von Schalenwild, vor allem Schwarzwild, Reh-, Rot- und Damwild, im Wald. Hier wird das Wild nicht getrieben, sondern von wenigen Treibern und Hunden langsam „gedrückt". Die Schützen stehen auf festen Ständen, oft Drückjagdböcken, und warten auf Wild, das in Ruhe zu Wechseln kommt. Ein Schuss auf flüchtendes Wild soll die Ausnahme sein.

Wie solche Jagden geplant werden, was Standnummern, Einweisung und Sicherheit bedeuten, steht im Artikel Drückjagd: Ablauf und Sicherheit. Termine und Einladungen finden Sie unter Drückjagden.

Treibjagd Drückjagd Unterschied im Überblick

MerkmalTreibjagdDrückjagd
WildNiederwildSchalenwild
GeländeFeld, Hecke, NiederwaldWald, Dickung
Tempozügig, in Linielangsam, ruhig
Schützegeht mit oder steht in Liniefeststehend auf dem Stand
WaffeFlinte, SchrotBüchse, Kugel

Der entscheidende Punkt für Ihre Sicherheit: Mit Schrot schießen Sie auf Niederwild nur in einem eng begrenzten Bereich. Mit der Büchse auf Schalenwild gelten andere Schussrichtungen und Kugelfang-Regeln. Wer beide Jagden mitmacht, muss sich auf wechselnde Vorgaben einstellen. Auch die Zahl der Beteiligten unterscheidet sich: Bei Niederwildjagden sind oft viele Treiber und Schützen unterwegs, bei der Drückjagd arbeiten meist weniger Treiber, dafür mehr Hunde und eine große Zahl an Ständen, die vorher genau eingewiesen werden.

Sicherheit und Signale

Bei beiden Jagdarten gilt der Grundsatz, dass nur auf zugewiesenem Platz und in vorgegebene Richtungen geschossen wird. Der Jagdleiter weist vor Beginn ein, nennt Schussrichtungen und Sicherheitsvorgaben und regelt das Verhalten bei Unfällen. Nach der Unfallverhütungsvorschrift Jagd ist bei Gesellschaftsjagden auffällige Warnkleidung vorgeschrieben, in der Regel Hut oder Mütze und Weste in Signalfarbe.

Die Jagdhornsignale sind kurz, aber verbindlich. Gängig sind Begrüßung, Anblasen, Treiber rein, Hahn in Ruh und das Ende der Jagd. Welche Wildarten und Zeiten in Ihrem Land gelten, regelt die jeweilige Jagdzeitenverordnung. Als grobe Orientierung beginnt die Jagd auf Hase und Fasan im Herbst, Drückjagden auf Schalenwild laufen meist von Oktober bis Januar.

Für Jungjäger lohnt sich der Besuch einer Gesellschaftsjagd als Gast: Sie lernen Abläufe, Signale und Verhaltensregeln kennen, ohne sofort Verantwortung für die Organisation zu tragen. Fragen Sie den Jagdleiter vorher nach der Einweisung, der Warnkleidung und der erwarteten Ausrüstung.

Häufige Fragen

Ist eine Treibjagd dasselbe wie eine Drückjagd?

Nein. Bei der Treibjagd wird Wild zügig auf Schützen zugetrieben, bei der Drückjagd wird Schalenwild im Wald langsam bewegt. Umgangssprachlich werden die Begriffe oft vermischt.

Welche Waffe brauche ich bei einer Niederwildjagd mit Treibern?

Üblich ist die Flinte mit Schrotpatronen, bei Drückjagden dagegen die Büchse. Der Jagdleiter nennt in der Einladung, was erwartet wird, auch zur Munition.

Darf ich als Gast mitjagen?

Ja, wenn Sie einen gültigen Jagdschein, Haftpflichtversicherung und eine Einladung des Jagdleiters haben. Als Jungjäger sollten Sie vorab fragen, ob eine Einweisung und ein Platz mit erfahrener Begleitung möglich sind.

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