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Nirgendwo sonst in Deutschland ragen Sandsteinfelsen so dicht aus dem Wald wie in der Sächsischen Schweiz, und nirgendwo sonst verwandeln sich ehemalige Tagebaue so sichtbar in neue Wälder und Seen wie in der Lausitz. Sachsen zeigt an seinen beiden äußeren Rändern zwei völlig unterschiedliche Gesichter, und dazwischen liegt mit dem Erzgebirge noch ein drittes, das seit dem Waldsterben der vergangenen Jahre selbst im Umbruch ist.
In den historisch gewachsenen Wäldern des Erzgebirges und der Sächsischen Schweiz lädt meist der Staatsbetrieb Sachsenforst zu großen, öffentlich ausgeschriebenen Drückjagden ein. Ganz anders sieht es in der Lausitz aus: Wo jahrzehntelang Braunkohle gefördert wurde, entstehen seit einiger Zeit neue Wälder und Seenlandschaften, und die Flächen gehen oft an neu gegründete Jagdgenossenschaften oder an die forstlich aktiven Nachfolgeunternehmen der früheren Bergbaubetriebe über. Im Vogtland und im Leipziger Land dagegen bleibt die Einladung meist Sache kleinerer, privater Reviere. Wer aus einer dieser drei Welten kommt, trifft entsprechend auf einen ganz eigenen Organisationsstil, von der straffen öffentlichen Ausschreibung bis zur informellen Einladung unter Nachbarn.
Nach dem großflächigen Absterben von Fichtenbeständen durch den Borkenkäfer pflanzen viele Reviere im Erzgebirge junge Mischwälder neu an, und genau diese jungen Triebe sind für Rehwild besonders attraktiv. Ohne ausreichenden Jagddruck können ganze Aufforstungsflächen erheblichen Schaden nehmen, bevor die Bäume der Verbissgrenze entwachsen sind. Im Leipziger Land dagegen ist es weniger der Wald als das Feld, das unter Druck steht: Die fruchtbaren Schwarzerdeböden rund um Leipzig zählen zu den ertragreichsten Ackerflächen Deutschlands, und Schwarzwild verursacht dort in den Mais- und Getreidefeldern regelmäßig erhebliche Schäden. Drückjagden dienen in beiden Regionen deshalb ebenso dem Schutz von Wald und Feld wie dem eigentlichen Weidwerk.
Die schroffen Sandsteinformationen der Sächsischen Schweiz verlangen anderes Schuhwerk als ein Ansitz im flachen Vogtland: Feste, knöchelhohe Bergschuhe mit griffiger Sohle sind hier ratsam, denn Wege führen oft schmal an Felskanten entlang, und Trittsicherheit zählt mehr als anderswo. Im höher gelegenen Erzgebirge dagegen bestimmt die Kälte die Ausrüstung: Warme, mehrlagige Kleidung und wetterfeste Handschuhe sind dort auch außerhalb des Winters oft schon nötig. Ein Zielfernrohr mit großem Sehfeld hilft zwischen Felsblöcken und dichtem Jungwuchs mehr als starke Vergrößerung, weil die Sicht selten weit reicht.
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