In Thüringen geplante Drückjagden können Sie hier direkt einsehen.
Thüringen liegt geografisch mittig in Deutschland, und ein Denkmal nahe Niederdorla markiert sogar den genauen Mittelpunkt des wiedervereinigten Landes. Diese zentrale Lage wirkt heute wie eine Selbstverständlichkeit, war es aber lange nicht: Vor 1990 verlief mitten durch das Land eine Grenze, die diese Mitte über vierzig Jahre lang zum Rand zweier Staaten machte, mit Folgen, die bis in die heutige Reviereinteilung hineinreichen.
Thüringen war bis 1920 in mehrere kleine Herzogtümer und Fürstentümer aufgeteilt, von Sachsen-Weimar-Eisenach bis Sachsen-Coburg-Gotha, und viele davon unterhielten eigene, oft aufwendig gestaltete Jagdreviere und Jagdschlösser. Diese kleinteilige Geschichte prägt bis heute, wer zur Drückjagd einlädt: Der Landesbetrieb ThüringenForst bewirtschaftet die großen zusammenhängenden Staatswaldflächen etwa im Thüringer Wald und schreibt dort regelmäßig größere Jagden aus, während in den ehemaligen Herzogtumsgebieten häufig private Revierinhaber und Jagdgenossenschaften zu kleineren, traditionsreichen Jagdtagen einladen, manche davon in Familienbesitz seit Generationen. Wer eine Einladung annimmt, sollte deshalb nicht von einem einheitlichen Ablauf ausgehen, sondern sich vorher anschauen, wer konkret einlädt.
Der geografische Mittelpunkt des wiedervereinigten Deutschlands liegt nahe Niederdorla im Eichsfeld, und diese zentrale Lage macht Thüringen von fast jedem Bundesland aus in überschaubarer Zeit erreichbar. Vor 1990 war das allerdings anders: Der Todesstreifen der innerdeutschen Grenze durchschnitt das historische Eichsfeld ebenso wie Teile der Rhön, trennte Dörfer von ihren nächsten Nachbarn und machte manches Revier über Jahrzehnte praktisch unerreichbar. Erst mit der Wiedervereinigung öffneten sich die alten Straßen wieder, und heute liegen Reviere in Thüringen, Hessen und Niedersachsen entlang der ehemaligen Grenze oft nur wenige Autominuten auseinander.
Das Thüringer Schiefergebirge verdankt seinen Namen dem Gestein, auf dem es steht, und genau dieser Schiefer wird bei Nässe schnell rutschig, weshalb festes Schuhwerk mit griffiger Sohle hier wichtiger ist als anderswo. Der Thüringer Wald wiederum erreicht entlang des Rennsteigs Höhen von fast tausend Metern, wo Schnee und Frost früher einsetzen als im Flachland und wärmere, mehrlagige Kleidung schon im Spätherbst sinnvoll ist. Ein Zielfernrohr mit solidem Lichttransmissionswert hilft in den dichten Fichten- und Mischwäldern des Gebirges bei den kurzen Wintertagen mehr als starke Vergrößerung, gerade in der Dämmerung an den ersten und letzten Ständen des Tages.
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