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Jagdpacht Niedersachsen: Jagdrevier pachten

Jagdrevier pachten in Niedersachsen: freie Reviere von der Lüneburger Heide bis in den Harz und ins Emsland, mit Reviergröße, Wildarten und Pachtzins im jeweiligen Angebot. Hier sehen Sie, was gerade zur Verfügung steht.

Häufige Fragen zu Jagdpacht in Niedersachsen

Wie finde ich ein freies Jagdrevier in Niedersachsen?
Über drei Wege, und die laufen parallel. Ein Teil der gemeinschaftlichen Jagdbezirke wird von der Jagdgenossenschaft öffentlich ausgeschrieben, meist im Amtsblatt der Gemeinde oder auf deren Website, mit Frist und Submissionstermin. Ein zweiter Teil wechselt still über den Hegering, die örtliche Jägerschaft und persönliche Kontakte, ohne dass je eine Anzeige erscheint. Dazu kommen Flächen der Niedersächsischen Landesforsten und größerer Privatwaldbesitzer mit eigenen Verfahren. Praktisch heißt das: Suchauftrag für Region und Reviergröße hinterlegen, parallel die Amtsblätter der infrage kommenden Landkreise verfolgen und sich im Hegering vor Ort bekannt machen, bevor überhaupt etwas frei wird. Wer erst reagiert, wenn eine Ausschreibung läuft, kommt bei den still vergebenen Revieren gar nicht vor.
In welchen Regionen werden in Niedersachsen Reviere frei?
In allen sechs Jagdlandschaften des Landes, aber mit sehr unterschiedlichem Zuschnitt. Im Harz und im Solling geht es um große, geschlossene Waldreviere mit Rotwild, häufig aus staatlicher oder größerer privater Waldhand. In der Lüneburger Heide finden Sie Kiefern- und Heidereviere mit starkem Rehwild- und Schwarzwildvorkommen, im Weserbergland kleinräumige Reviere aus Laubwald und Feldflur. Das Emsland ist Feldrevierland mit Niederwild und Schwarzwild in den Maisschlägen, das Wendland dünn besiedelt mit der Elbtalaue als Besonderheit. Als Orientierung: Landkreis Goslar für den Harz, Landkreis Uelzen für die Heide, Landkreis Emsland für das Feldrevier und Landkreis Lüchow-Dannenberg für das Wendland.
Was macht ein Revier teuer oder günstig?
Vor allem vier Dinge: die vorkommenden Wildarten, der Waldanteil, die Erreichbarkeit und der Zustand, in dem Sie das Revier übernehmen. Ein Rotwildrevier im Harz wird anders bewertet als ein Rehwildrevier in der Feldflur, und ein Revier eine Fahrstunde von Hannover oder Hamburg entfernt hat schlicht mehr Interessenten als eines im Wendland. Genauso wichtig, aber leichter zu übersehen: die Wildschadensregelung im Vertrag. Wer Wildschaden an Mais und Grünland allein trägt, zahlt am Ende oft mehr als den Pachtzins. Dazu kommen vorhandene Ansitzeinrichtungen, der Zustand des Wildbestands und die Erfüllung der Abschusspläne. Der konkrete Preis steht immer im einzelnen Angebot.
Was sollte in einer ersten Anfrage stehen?
Konkretes, nicht die Frage nach der Verfügbarkeit. Schreiben Sie, wer Sie sind und was Sie beruflich machen, seit wann Sie den Jagdschein führen, in welchen Revieren Sie bisher gejagt haben und wer für Sie bürgen kann – ein bisheriger Revierinhaber, Ihr Hegering, ein Berufsjagdausbilder. Nennen Sie ehrlich, wie viel Zeit Sie tatsächlich im Revier verbringen können: Wochenenden, ganze Wochen im Herbst, Anfahrtsweg. Sagen Sie, ob Sie Revierarbeit mittragen – Kanzelbau, Kirrungen, Grenzpflege, Mithilfe bei Bewegungsjagden. Und fragen Sie nach den Bedingungen des Reviers statt nur nach dem Preis. Eine solche Anfrage bleibt liegen, eine allgemeine wird gelöscht.

Jagdrevier pachten in Niedersachsen: Regionen, Reviertypen, Ablauf

Ein Jagdrevier in Niedersachsen zu pachten heißt zuerst, sich für eine Landschaft zu entscheiden. Zwischen einem Rotwildrevier im Harz, einem Kiefern- und Heiderevier in der Lüneburger Heide und einem Feldrevier im Emsland liegen nicht nur Fahrstunden, sondern grundverschiedene Reviere: andere Wildarten, anderer Waldanteil, andere Arbeit im Jahreslauf und ein anderer Kreis von Mitbewerbern. Niedersachsen ist flächenmäßig das zweitgrößte Bundesland und jagdlich alles andere als einheitlich. Wer die erstbeste Ausschreibung anfragt, die ihm auffällt, landet leicht in einem Revier, das er auf Dauer weder zeitlich noch finanziell bedienen kann.

Harz

Der Harz ist Mittelgebirge und geschlossener Wald: Fichten- und Buchenbestände, dazwischen die großen Freiflächen der Trocken- und Käferjahre, auf denen jetzt Verjüngung anwächst und Verbiss zum bestimmenden Thema wird. Rotwild ist hier Leitwildart, dazu Rehwild und in den Randlagen Schwarzwild. Die Reviere sind groß, liegen häufig in der Hand der Niedersächsischen Landesforsten oder größerer Waldbesitzer, und die Bejagung ist körperlich anspruchsvoll: Höhenunterschiede, Wetter, weite Wege bei der Bergung. Im Landkreis Goslar finden Sie typische Reviere dieses Zuschnitts. Wer sich hier bewirbt, sollte glaubhaft machen können, dass er regelmäßig ansitzen und im Herbst bei Bewegungsjagden dabei sein kann. Ein Rotwildrevier verzeiht Abwesenheit deutlich schlechter als ein kleines Feldrevier, und das wissen die Verhandlungspartner im Harz genau.

Lüneburger Heide

Die Lüneburger Heide ist Sandland: Kiefernforste, offene Heideflächen, eingestreute Moor- und Grünlandbereiche, dazwischen Ackerbau. Rehwild trägt hier die Strecke, Schwarzwild ist in den Maisschlägen und Kiefernkomplexen dauerhaft präsent und macht die Nachtjagd zum festen Bestandteil des Jahres. Wer ein Revier in der Heide sucht, sollte zwei Dinge einkalkulieren. Erstens die Nähe zu Hamburg und Hannover: Sie macht die Anfahrt bequem, erhöht aber die Zahl der Mitbewerber um jedes frei werdende Revier erheblich. Zweitens den Wildschaden, denn in Mais und Grünland entsteht er schnell und wird zur bestimmenden Kostengröße. Im Landkreis Uelzen liegen klassische Reviere dieser Art, mit einer Mischung aus Feld und Kiefernwald, wie sie für die östliche Heide typisch ist.

Solling und Weserbergland

Der Solling ist Buchenwaldland im großen Stil: geschlossene Laubwaldkomplexe, Rotwild als bestimmende Wildart, dazu Rehwild und Schwarzwild in den Randbereichen. Reviere sind hier oft ähnlich groß zugeschnitten wie im Harz und werden entsprechend selten frei. Das umliegende Weserbergland ist das Gegenstück: kleinräumiger Wechsel von Laubwaldriegeln, Grünland und Ackerflächen, mehr Grenzlinie, mehr Nachbarschaft, mehr Absprachen mit angrenzenden Revieren. Für Bewerber ist das ein Vorteil, weil im Weserbergland deutlich mehr, aber kleinere Reviere existieren und die Konkurrenz um ein einzelnes geringer ausfällt als um ein Sollingrevier. Rechnen Sie im Weserbergland allerdings mit mehr Kontakt zu Landwirten und mit einer engeren Abstimmung in der Hegegemeinschaft als in einem großen, geschlossenen Waldrevier.

Emsland

Das Emsland ist Feldrevierland: Grünland, Mais, Getreide, dazu kleine Gehölze, Waldstücke und Moorreste. Niederwild prägt das jagdliche Bild, also Hase, Fasan, Wildente und Fuchs, dazu Rehwild in den Randstrukturen und Schwarzwild, das in den Maisschlägen ausgezeichnete Deckung findet. Wer hier ein Revier sucht, sollte sich klarmachen, dass Niederwildhege Arbeit ist: Prädationsmanagement, Anlage und Pflege von Deckung, Absprachen mit Landwirten über Randstreifen. Die Wildschadensfrage ist im Landkreis Emsland ernster als in einem Waldrevier, weil Mais und Grünland unmittelbar betroffen sind. Auf der Habenseite: Reviere im Emsland sind gut zu befahren, Ansitzeinrichtungen sind schnell erreichbar, und die Jagd lässt sich auch mit begrenzter Zeit ordentlich führen.

Wendland

Das Wendland im Nordosten ist einer der dünnsten besiedelten Landstriche Niedersachsens, und das prägt die Jagd: weite, ruhige Flächen, wenig Freizeitdruck, kleine Dörfer statt Ballungsräume. Rehwild und Schwarzwild stehen im Vordergrund, in der Elbtalaue kommen Grünland, Auwaldreste und Gewässerränder als eigener Reviertyp hinzu, mit entsprechendem Wasserwild und mit Rast- und Äsungsflächen, die die Bejagung im Winter beeinflussen. Im Landkreis Lüchow-Dannenberg finden Sie diesen Charakter am ausgeprägtesten. Der Preis für die Ruhe ist die Entfernung: Wer aus Hamburg, Hannover oder Braunschweig anreist, sitzt lange im Auto, und genau das hält einen Teil der Mitbewerber fern. Für jemanden, der Zeit statt Nähe mitbringt, ist das Wendland deshalb oft die realistischere Region.

Wie Sie in Niedersachsen tatsächlich an ein Revier kommen

Zuerst müssen Sie wissen, mit wem Sie es zu tun haben. Bei einem gemeinschaftlichen Jagdbezirk entscheidet die Jagdgenossenschaft, also die Gemeinschaft der Grundeigentümer, in ihrer Versammlung über die Vergabe. Oft geschieht das über eine öffentliche Ausschreibung mit Stichtag und schriftlichem Gebot, manchmal auch nach einer persönlichen Vorstellung. Das höchste Gebot gewinnt dabei keineswegs automatisch: Ortsnähe, Leumund, Referenzen und der Eindruck aus dem Gespräch wiegen regelmäßig schwerer als ein paar Euro Unterschied. Bei einem Eigenjagdbezirk entscheidet der Eigentümer allein und freihändig, ohne jedes Ausschreibungsverfahren, und dort zählt das persönliche Verhältnis noch mehr.

Dass ein Revier frei wird, erfährt man selten aus einer einzigen Quelle. Achten Sie auf die Amtsblätter und Websites der Gemeinden, auf Aushänge und Bekanntmachungen der Jagdgenossenschaften, auf die Ausschreibungen der Niedersächsischen Landesforsten und großer Privatwaldbetriebe, und vor allem auf den Hegering vor Ort. Dort ist meist lange bekannt, wo ein laufender Vertrag ausläuft oder ein Revierinhaber aus Alters- oder Gesundheitsgründen aufhört. Die Landesjägerschaft Niedersachsen e.V. und die Kreisjägerschaften sind gute erste Anlaufstellen, wenn Sie die Gepflogenheiten einer bestimmten Region einschätzen wollen, bevor Sie sich auf ein konkretes Revier bewerben.

Bevor Sie ein Gebot abgeben, prüfen Sie das Revier so nüchtern wie eine Immobilie. Sehen Sie sich die Abschusspläne und ihre Erfüllung der vergangenen Jahre an, gehen Sie die Fläche ab und beurteilen Sie Zustand und Anzahl der Ansitzeinrichtungen, klären Sie den Zustand des Wildbestands und den Umfang bestehender Verbiss- und Wildschadenslagen. Lesen Sie die Wildschadensregelung im Vertragsentwurf Wort für Wort, denn sie entscheidet oft mehr über Ihre tatsächlichen Kosten als der Pachtzins. Welche Punkte ein Jagdpachtvertrag mindestens regeln muss und welche Voraussetzungen ein Bewerber erfüllen muss, ergibt sich aus dem Jagdrecht; die zuständige untere Jagdbehörde sagt Ihnen verbindlich, was in Ihrem Fall gilt. Und sprechen Sie mit den Nachbarrevieren, bevor Sie unterschreiben: Wie die Hegegemeinschaft arbeitet, entscheidet über Jahre mit darüber, ob Ihnen das Revier Freude macht.

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Ausführlicher im Ratgeber: Wildschadensersatz: wofür Pächter haften · Jagdbezirksgrenzen und die Wirksamkeit des Pachtvertrags

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