Hier finden Sie laufend neue Drückjagd-Termine aus ganz Nordrhein-Westfalen.
In kaum einem anderen Bundesland grenzen so viele Reviere unmittelbar aneinander wie in Nordrhein-Westfalen, denn die historisch kleinteilige Aufteilung der Jagdbezirke hat sich bis heute erhalten. Eine Drückjagd ist hier deshalb selten die Sache eines einzelnen Revierinhabers, sondern oft eine Gemeinschaftsleistung mehrerer Nachbarreviere, die ihre Jagdtage aufeinander abstimmen, damit das Wild nicht einfach über die nächste Grenze wechselt.
Wer in Nordrhein-Westfalen eine Drückjagd anbietet, hängt stark vom Wald ab, in dem sie stattfindet. Der Landesbetrieb Wald und Holz NRW richtet in seinen Staatswäldern regelmäßig große Bewegungsjagden aus und lädt Gastjäger über eine öffentliche Ausschreibung ein. Daneben laden private Revierinhaber zu eigenen Jagdtagen ein, meist kleiner und persönlicher. Viele Reviere schließen sich außerdem in einem Hegering zusammen, um an einem Termin mehrere Nachbarreviere gemeinsam zu bejagen, weil Wild sonst über die Grenze wechselt. Wer keinen direkten Draht zu einem Revier hat, findet auch gewerbliche Jagdvermittler, die Plätze gegen eine Vermittlungsgebühr weiterreichen. Eine Jagd des Landesbetriebs ist meist straff organisiert, ein Hegering-Termin wirkt informeller, und im privaten Revier lernt man oft den Gastgeber persönlich kennen.
Eine große Bewegungsjagd über mehrere Reviere ist etwas anderes als eine kleine Ansitzjagd. Oft stehen fünfzig oder mehr Schützen gleichzeitig im Feld, jeder Stand wird vorab genau zugeteilt, und wer ihn eigenmächtig verlässt, gefährdet die ganze Jagd. Vor dem ersten Trieb steht deshalb immer eine Ansage, bei der die Jagdleitung Schussfeld, Kugelfang und die freigegebenen Wildarten erklärt, und diese Regeln gelten ausnahmslos. Treiber und Hundeführer setzen eine größere Zahl an Hunden ein, um das Wild in Bewegung zu bringen, und nach jedem Trieb übernehmen erfahrene Gespanne die Nachsuche. Diese Disziplin unterscheidet eine große Jagd im Hochsauerlandkreis oder im Kreis Siegen-Wittgenstein deutlich von einer kleinen Sauenjagd mit drei oder vier Schützen, bei der Absprachen viel unmittelbarer laufen.
Nordrhein-Westfalen ist deutlich waldreicher, als sein Ruf als Industrieland vermuten lässt. Die größten zusammenhängenden Waldgebiete liegen im Sauerland mit dem Arnsberger Wald und dem Rothaargebirge, im Siegerland und in der Eifel, und dort finden die großen Drückjagden auf Rot- und Schwarzwild statt. Bergisches Land, Teutoburger Wald und Weserbergland bilden dagegen kleinere, landwirtschaftlich geprägte Waldinseln, in denen sich Jagden häufiger auf Schwarzwild konzentrieren. Im Münsterland und am Niederrhein überwiegt offenes Ackerland, und Drückjagden sind dort seltener, weil zusammenhängende Deckung fehlt. Das Kerngebiet der Rotwildjagd liegt rund um den Hochsauerlandkreis und den Kreis Siegen-Wittgenstein; Gebiete wie Kreis Höxter im Osten des Landes und Märkischer Kreis am Nordrand des Sauerlands zählen eher zu den Übergangszonen.
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